Meine  Bundeswehrzeit

Ich wurde erst sehr spät zur Bundeswehr eingezogen , nämlich  als ich schon 24 Jahre alt war.Der Grund dafür war, weil ich wegen meiner erst spät begonnenen Berufsausbildung zurückgestellt wurde.Ich war dadurch deutlich älter als meine anderen Leidensgenossen. Ich kam zur Grundausbildung zum Transportbattallion nach Achern im Schwarzwald. Diese Grundausbildung brachte mich an die Grenzen meiner Leistungfähigkeit.Ich hatte niemals vorher Sport getrieben und sollte dort dann Leistungen wie ein Atleht vollbringen. Und dann noch diese übertriebene Ordnung und Sauberkeit.Und das lästige ungewohnte ständige Tragen einer Kopfbedeckung, wobei der Helm, den ich bekam für meinen Schädel viel zu klein war. Aber dennoch machte es Spass zu einer Gemeinschaft zu gehören  und auch diese olive Uniform zu tragen und vor allen Dingen das Sturmgewehr G3. Was ich aber von Anfang an hasste war diese unbequeme Ausgehuniform zu der auch eine Krawatte getragen werden musste und ich noch nie zuvor eine Krawatte gebunden hatte.(Das kann ich bis heute nicht).Und diese Dinger von denen jeder 2 besaß mussten auch noch in dem Spind vorne an der Tür hängen und zwar gerade ungebunden, also besorgte ich mir eine Dritte und ließ sie von jemanden binden der das konnte und deponierte sie im Privatfach des Spindes, zu dem die Herren Unteroffiziere keinen Zugang hatten.

Ja die Herren Unteroffiziere, unsere Ausbilder, vor denen ich sowieso nicht den geringsten Respekt hatte, weil Sie erstens teilweise wesentlich jünger als ich waren und vor allen Dingen strohdumm und was noch schlimmer war, jeden Tag sternhagelvoll besoffen, so dass wir sie beim Morgenapell stützen mussten. Und die höheren Offiziere waren auch nicht besser. Unser Hauptmann stellte sich eines Morgens vor uns und wetterte gegen einen Lehrer der in der Öffentlichkeit behauptet hatte, dass Soldaten potenionäle Mörder seien. Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen und hätte diesem Lehrer am liebsten lauthals recht gegeben.Eines Tages beim Unterricht wurden wir gefragt, was wir tun müssten, wenn wir einen Mobilmachungsbescheid zu Hause per Post bekämen. Ich antwortete. Ich löse mein Konto auf und verkaufe was ich besitze und kaufe mir ein Flugticket nach Südamerika oder Australien. Der Offizier lief rot an und schickte mich wutschnaubend zum Hauptmann, dort bekam ich von dem besoffenen Typ wiederum eine Standpauke und durfte zurückgehen.

Das Beste war das Schiessen. Das konnte ich am besten.Ich schoss einen Zielkreis von 5 cm auf 300 m liegend aufgelegt. Der Unteroffizier meinte dazu. Na wenigstens etwas was Sie können,weil ich ansonsten als gehorsamer Soldat jämmerlich versagte, z.B. Exerziern konnte ich garnicht, weil ich damals schon unbewusst die Ersten Vorboten der Parkinsonkrankheit hatte und keinen Schritt halten konnte.

So auch bei der Ausbildung zum LKW Führerschein, bei dem ich in der technischen und Fahrpraktischen Prüfung, der Beste des Lehrgangs war, nur für die militärische Prüfung garnichts wusste, also Beflaggung beim Convoyfahren, weil ich das nicht für notwendig hielt.Als Strafe durfte ich mir den Führerschein nicht als Zivilführerschein überschreiben lassen.

Nach der Grundausbildung kam ich nach Mainz in die Heimatschutzbrigade 64, wo alles viel lockerer aber auch langweiliger war.Allerdings gesoffen wurde dort noch mehr als in der Grundausbildung.Mir taten die jungen Soldaten leid, die immer die Offiziere zu den Besäuffnissen fahren mussten,diese dort bedienen bis sie randvoll waren und sie dann nachts wieder nach Hause fahren mussten, und dann noch nachts die vollgekotzten Dienstwagen wieder säubern mussten.Ich erinnere mich an unseren Hauptmann der nachts besoffen mit seinem Privatwagen von der Wache nicht aus der Kaserne gelassen wurde und dann zur Lagerhalle zurückfuhr und sich einen LKW holte und damit dann die Schranke durchbrach.

Da ich mich weigerte mich so zu erniedrigen, wurde ich nach Gau - Algesheim strafversetzt, wo die Sauferei der Offiziere zwar weiterging aber etwas ruhiger.Dort ging es mir gut, dort war ich der einzige Mannschaftssoldat und hatte alle Freiheiten. Das ging soweit dass ich alleine den Auftrag bekam,einmal im Monat die Waffen in der Waffenkammer zu zählen.181 eingeschweisste nagelneue G3 4 Maschinengewehre und 3 Pistolen und das alles in einer Lagerhalle mit einer normalen Zimmertür mit einem primitivem Bundbartschloss davor und in 10 m Entfernung stand mein PKW auf dem Parkplatz.Zudem gefanden sich auf dem Gelände davor mehrere ebenso schlecht gesicherte Munitionsbunker mit rund 200000 Schuss Munition.

Dem Stabsfeldwebel besorgte ich jeden Morgen in meinem weitem Arbeitskombi 2 Flaschen Bier, dann hatte ich den Ganzen Tag Ruhe vor ihm Mittags nochmal 2. Dann war dieser glücklich. Ich "arbeitete" dort mit Zivilisten zusammen und ließ es mir verdammt gut gehen. Schade dass nach 15 Monaten das Lotterleben ein Ende hatte und ich mich wieder an richtige Arbeit in einem Schlosserbetrieb gewöhnen musste.


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